VN 1500A springt nicht mehr an

  • Hallo zusammen,

    ich bin Max, kommme aus dem schönen Altmühltal, bin neu hier und denke dass ich hier gute Tipps bekomme.

    Meine Interessen sind alles was mit Mechanik und Elektronik zu tun hat.


    Aus gesundheitlichen Gründen bin ich die letzten Jahre nur noch wenige Kilometer im Jahr gefahren - vor Allem wenn ich zum TÜV musste.

    Nun wollte ich mal wieder einen kurzen Trip machen und merkte, dass die Maschine keine Leistung mehr hat und kehrte nach einem Kilometer wieder um.

    Dann bemerkte ich dass der hintere Zylinder gar nicht warm wurde. Die Zündkerzen sind erst 6.000 km aber einige Jahre drin, der Kontaktabstand passt, Kerzenbild etwas ölig. Nach dem Reinigen waren die Zündfunken etwas besser als zuvor.

    Dann bemerkte ich, dass nach bei geschlossenem Benzinhahn und längerem Orgeln der vordere Vergaser leer war, während der des hinteren Zylinders fast noch voll war. Starten war gar nicht mehr möglich.

    Beim Auseinanderbauen des Vergasers sah ich dass sich von den Luftabschlussventilen die Gummierung ablöste, eines war schon ganz durchsichtig. Die habe ich neu bestellt.

    Dann sah ich noch, dass der Gasschieber trotz Reinigung im oberen Drittel hängen bleibt, die Membranen und die Federn sind ok.

    Zudem waren zwei Kanäle im Vergaserauslass total zu, ausgerechnet die kann ich nicht zuordnen. Ich denke der linke Kanal geht zum Choke, der rechte zur Leerlaufanreicherung und oben ist die Hauptdüse.


    Nun hätte ich ein paar Fragen an die Vergaserspezialisten - es handelt sich um den CVK 36 von Keihin.

    Die Luftabschlussventile sollen eigentlich nur das Zurückschlagen bei der Gaswegnahme verhindern, funktionieren die auch als Beschleunigerpumpe?

    Wo gehen die beiden mittleren Kanäle vom Vergaserauslass hin, bzw. gibt es von diesem Vergaser eine Beschreibung oder Zeichnung?

    Was ist wohl der Hauptgrund, dass der Motor nicht mehr anspringt?


    Ich freue mich auf Eure Tipps,

    Max

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank schon mal für Eure Tipps.

    Mein Ultraschallbad ist leider etwa zu klein, aber ich habe mal mit Bremsenreiniger, einer alten Akkupunkturnadel und Pressluft die Kanäle gereinigt und durchgängig gemacht. Einen Kanal habe ich noch identifiziert, der geht zu den vier kleinen Löchern direkt unter der Drosselklappe, jetzt fehlt mir nur noch der zweite von rechts.

    Aber genau von diesem Vergaser gibt es anscheinend gar keine Infos.

    Was mir auch seltsam vorkam, ein Gasschieber hatte ein Unterdruckloch von 2,9mm, das andere mit 2,5 und da war auch etwas komisches Material daneben. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Hersteller da was geklebt hat. Ich habe jetzt mal beide auf 3 mm aufgerieben, kann ja nicht schaden, wenn die Wirkung auch umstritten ist.

    Morgen bekomme ich meine neuen Ventile, dann bin ich gespannt ob die Zündung auch noch optimiert werden muss.


    Viele Grüße,

    Max

  • Hallo,

    die Maßnahmen haben schon mal gut getan, Motor springt an und läuft soweit ganz gut. Genaueres wird sich erst nach der Winterpause zeigen.

    Ich denke ein paar Sekunden orgeln bei kaltem Motor ist normal oder springen Eure gleich an?

    Die Batterie dürfte ganz gut sein, da sie mit Erhaltungsladung versorgt wird.

    Nachdem meine Bleisäure Akkus selten lange hielten, evtl. wegen meiner wenigen Fahr-Kilometer, probierte ich es mit einer Bleigel-Batterie - die war nach nicht mal einem Jahr hinüber. Mal schauen wie sich die Erhaltungsladung schlägt.


    Viele Grüße

  • Ich würde vor dem überwintern, wegen der möglichen Ablagerungen, Sprit mit möglichst wenig Bioanteil tanken. Tank randvoll mit 98er oder 102er. Schwimmerkammern leeren sollte bei den älteren Vergasermodellen selbstverständlich sein.


    Ist aber nur meine Meinung, bin kein Schrauber.

    Seit 1980: Z 500, GPZ 1100 (B1), VF 1100C, GTR 1000, VN 1500 Classic Tourer Fi, Indian Chief Springfield.

  • Hallo Günter,

    ich glaube einen hohen Bioanteil würde mein 88er Modell gar nicht so mögen, ich tank eigentlich nur Super plus.

    Die Vergaser leere ich auch jährlich, Batterie raus und etwas aufbocken um die Reifen zu entlasten.

    Aber ich denke der Dreck kam über die Ansaugluft, da muss ich mir die Luftfilter nochmal anschauen.


    Gruß Max

  • Hallo Günter,

    ich glaube einen hohen Bioanteil würde mein 88er Modell gar nicht so mögen, ich tank eigentlich nur 98er Super.

    Die Vergaser leere ich auch jährlich, Batterie raus und etwas aufbocken um die Reifen zu entlasten.

    Aber ich denke der Dreck kam über die Ansaugluft, da muss ich mir die Luftfilter nochmal anschauen.


    Gruß Max

  • Die Probleme gehen einfach nicht aus. Nach der Vergaserüberholung im Herbst machte ich ja noch eine kurze, erfolgreiche Testfahrt gemacht.

    Da ich momentan noch voll mit Hausrenovierungen beschäftigt bin, fand ich leider auch keine Zeit für eine weitere Fahrt.

    Nun muss ich zum TÜV und dachte: Batterie rein, Vorderbremse etwas optimieren und ab. - Falsch gedach

    Nach etwas orgeln sprang der Motor zunächst an (anscheinend nur 1 Zylinder) aber dann floss Benzin unterhalb des Zündspulenbereichs. Ich machte den Motor aus und es hörte wieder auf. Im Auspuff stand hinten der Qualm.

    Aber jedesmal wenn der Motor läuft, spritzt es wieder unten raus. Da es gestern schon spät war, schaute ich noch nicht weiter.

    Meine Theorie wäre nun, dass der Schwimmer hängen bleibt und bei laufender Benzinpumpe über den Unterdruckschlauch an die Zündbox Sprit gepumpt wird und dieser Schlauch evtl. abgegangen ist. Ich habe aber auch schon Beiträge gelesen, die von einem größeren Motorschaden ausgehen.


    Gibt es da Erfahrungen oder Tipps?

  • Von einem Motorschaden würde ich jetzt nicht gleich ausgehen. Ich kenne dieses Modell zwar nicht so gut, aber meine Vermutung wäre Schwimmernadelventiel hängt.

    Also Vergaser raus und säubern das Ganze. Ich nehme für den Sitz nen Akkuschrauber und Wattestäbchen. Bei einigen Vergasern ist der Nadelventielsitz mit einem Nullring eingesetzt.

    Vielleicht ist das bei deinem Modell auch so. Wenn ja, den auch kontrollieren und gegebenenfalls wechseln.

  • Der Motorschaden bezog sich meist auf den weißen Rauch aus dem Auspuff mit Verdacht auf die Zylinderkopfdichtung, aber ich denke auch dass der Vergaser voll Sprit ist und kein zündfähiges Gemisch entstehen kann. O-Ring habe ich bei mir nicht gesehen.


    Schade, dass der Vergaserausbau hier immer ein ganz schöner Aufwand ist, aber es wird nichts anderes übrigbleiben.

  • Nach Ausbau von Ausgleichsgefäß und Startbox nochmal gestartet --> kein Benzinaustritt mehr. Die Steckverbindung unter der Zündspule war zwar, der Unterdruckschlauch zur Zündbox trocken. Wo der Sprit herkam war nicht zu sehen. Ich hoffe mal es bleibt so.